| Ländername | Republik Estland, Eesti Vabariik |
| Beste Reisezeit | Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober |
| Fläche | 45.339 km2 |
| Hauptstadt | Tallinn |
| Bevölkerung | 1.369.995 |
| Sprache | Estnisch |
| Staats-/Regierungsform | parlamentarische Republik |
| Staatsoberhaupt | Präsident der Republik Alar Karis seit 11.10.2021 (parteilos) |
| Regierungschef | Ministerpräsident Kristen Michal, Amtsantritt: 23.07.2024 (Estnische Reformpartei) |
| Außenminister | Margus Tsahkna, Amtsantritt: 17.04.2023 (Eesti 200) |
| Währung | Euro |
| Zeitzone | UTC+2, Osteuropäische Sommerzeit, Osteuropäische Zeit, UTC+3 |
| Reiseadapter | Nicht notwendig |
| Kfz-Länderkennzeichen | EST |
| ISO-3166 | EE, EST |
| Internet-TLD | .ee |
| Landesvorwahl | +372 |
| Website | https://valitsus.ee/ |
| Reisepass & Visum | Nicht notwendig |
| Geeignet für | Kultur, Outdoor |
| 4400-2500 v. Chr. | Finno-ugrische Völker aus dem Uralgebiet dringen bis ins heutige Finnland und Estland vor |
| 650 | Bei den baltischen Völkern bilden sich Herrscherdynastien und feste Grenzen heraus |
| 1202-30 | Der Schwertbrüderorden erobert Südestland |
| 1230 | Deutsche Kaufleute gründen die Stadt Reval (Tallinn) |
| 1346 | Dänemark verkauft Nordestland an den Deutschen Orden |
| 14./15. Jh. | Blütezeit der Hanse |
| 1523 | Die Reformation erreicht Estland |
| 1558 | Zar Iwan IV. fällt in Estland ein |
| 1582-84 | Die Schweden vertreiben die Russen und herrschen bis 1645 |
| 1710 | Im Nordischen Krieg erobert Zar Peter I. Estland |
| 1869 | Erstes estnisches Sängerfest |
| 24. Feb. 1918 | Ausrufung der Republik Estland, Freiheitskämpfe |
| 1939/40 | Hitler-Stalin-Pakt: Umsiedlung der Deutschbalten, Estland wird sowjetrussisch |
| 1941-44 | Deutsche Besatzung |
| 1945-88 | Russifizierung Estlands |
| 1989 | Eine Menschenkette zieht sich in Erinnerung an den Hitler-Stalin-Pakt quer durchs Baltikum |
| 20. Aug. 1991 | Estland erklärt sich für unabhängig |
| 1994 | Die letzten russischen Truppen verlassen Estland |
| 2004 | Estland wird Nato-Mitglied und tritt der EU bei |
Toom-Kuninga 11 | 15048 Tallinn | Tel. 6275300 | Fax 6275304 | www.germany.ee | Notfalldienst: Tel. 5012560
Vambola 6 | 10114 Tallinn | Tel. 6278740 | Fax 6314365 | www.austrianembassy.ee
Tuvi 12-28 | 10119 Tallinn | Tel. 6313041 | Fax 6314092 | matti.klaar@starman.ee
Feuerwehr sowie Notarzt/Krankenwagen: 112. Polizei: 110
Touristische Infos: www.visitestonia.com, www.estemb.de, www.estnet.info. Die Seite von www.maaturism.ee informiert über Urlaub auf dem Land, www.estonica.ee über Kultur, Natur und Geschichte. Die wohl umfangreichste Datenbank über touristische Angebote in Estland bietet www.ozoon.de. Auf Deutsch informieren www.estmonde.ch und www.ratgeber-estland.de; interessant auch www.infobalt.de. Ausführliche Urlauberinfos über die Hauptstadt unter www.tourism.tallinn.ee. Bewährt sind die Seiten von www.inyourpocket.com, die aktuelle Veranstaltungstipps über Tartu, Tallinn, Pärnu und Haapsalu bieten. Unter http://web.starman.ee/th/estland.htm finden Sie auf Deutsch Infos über Estland und eine Vielzahl von Links aus dem Land.
Estland verfügt über ein dichtes, stabiles und schnelles, in der Hauptstadtregion sogar flächendeckendes WLAN-Netz: Tallinn ist als eine der ersten Städte der Welt auf Basis der neuen Wimax-Technologie mit einem großen WLAN-Hotspot ausgerüstet. Doch auch im übrigen Land gibt es selbst in entlegenen Dörfern und an Stränden überall öffentliche Internet-Hotspots, insgesamt etwa 1100 Stück - erkennbar an den blauweißen @-Schildern, die den kostenlosen Zugangspunkt kennzeichnen (komplette Übersicht unter www.wifi.ee). Weltweit einmalig hat Estland den kostenfreien Internetzugang als Grundrecht verankert.
Postämter sind meist Mo–Fr 9–18, Sa 9.30–15 Uhr geöffnet. Briefmarken gibt es auch an einigen Kiosken. Eine Postkarte nach Deutschland kostet ca. 1,2 Euro. www.post.ee
Internationale Vorwahl für Estland: 00372. Durchwahl aus Estland nach Deutschland: 0049 plus Ortsnetzvorwahl ohne 0. Vorwahl Österreich: 0043, Schweiz: 0041. In Estland wird bei Inlandsgesprächen keine 0 vorweg gewählt; alle Anschlüsse haben mit Ortsvorwahl sieben Ziffern. Eine englischsprachige Auskunft erhält man unter Tel. 11 82. Telefonzellen funktionieren mit Telefonwertkarten (2–10 Euro), die es u.a. in Tankstellen, Hotels und bei der Post gibt.
Estland hat ein nahezu flächendeckendes und stabiles Mobilfunknetz. Um Roamingkosten zu sparen, empfiehlt sich der Kauf einer estnischen Prepaid-SIM-Card, die es in Handyläden, Supermärkten, an Kiosken oder bei der Post gibt. Tipp: ein Starterpaket kaufen. Es kostet weniger als 5 Euro, enthalten sind neben der SIM-Card auch gleich Gesprächsguthaben von etwa 6,50 Euro.
Esten sind Patrioten und daher stolz auf ihr Land und ihre Unabhängigkeit. Es ist eine Folge ihrer wechselhaften Geschichte, dass sie eigentlich zwei Nationalfeiertage haben. Den Unabhängigkeitstag von 1918 und den Tag der wiedererlangten Freiheit im August 1991. An einem symbolischen Siegestag gedenken sie zudem ihrer Wehrhaftigkeit. Dazu kommen noch die kirchlichen Feiertage. Und wenn es um die Musik geht, kennen die Esten erst recht kein Halten mehr. Sie feiern ihre Trachtenfeste, Chortreffen, Volksmusiktage, Klassik-Konzertfeste oder Pop- und Jazzfestivals zu jeder Jahreszeit.
Ende März: Kinder und Jugendmusikfest Muusikamoos in Pärnu
Anfang April: Tage der Estnischen Musik (www.ehl.kuhl.ee)
Mitte/Ende April: Studententage in Tartu - Highlife in Bars und Discos (www.studentdays.ee)
Letzte Woche: internationales Jazzfestival Jazzkar in Tallinn (www.jazzkaar.ee)
Ende Mai: internationales Chorfestival in Pärnu
Anfang Juni: Altstadttage in Tallinn - Budenzauber, Konzerte, Aufführungen und Trachtenfest
Mitte Juni: Grillfest in Pärnu - Sommerparty mit Livemusik und Barbecue
23./24. Juni: landesweite nächtliche Feiern zur Sommersonnenwende mit Johannisfeuern, Speisen, vielen Getränken und viel Tanz
Erste Juliwoche: Biersommer auf dem Sängerplatz in Tallinn - die größte Hopfenfete im Baltikum (www.ollesummer.ee)
Mittelalterliche Markttage auf dem Rathausplatz in Tallinn
Mitte Juli: internationales Folklorefestival in Võru - die Stadt verwandelt sich für einige Tage in eine Bühne für Trachten, Volksmusik und Handwerkskunst (www.werro.ee/folkloor.html)
Mitte Juli: Watergate in Pärnu - Sommerfestival rund ums Wasser (www.watergate.ee)
Ende Juli: Operntage in Kuressaare auf Saaremaa (www.operadays.ee)
Mitte August: Festtage der „Weißen Dame“ in Haapsalu - Stadtfest rund um eine Legende
Ende August: Sommer-Abschlussfest der „Sommerhauptstadt“ Pärnu - traditoneller Tanz am Strand - der Ministerpräsident tanzt ebenfalls mit
Mitte September: Studententage in Tartu - Openend in Kneipen und Discos; Konzerte, Bandwettbewerbe
Ende September: internationales Fest der orthodoxen Kirchenmusik in Tallinn (www.orthodoxsingers.com)
Anfang Oktober: internationales Festival alter Musik in Tartu (www.festivitas.ee)
Ende November bis Heiligabend: „Es weihnachtet in Tartu", in der Stadtmitte
Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in Tallinn
| 1. Januar | Neujahr |
| 24. Februar | Unabhängigkeitstag - Gründungstag der Republik Estland 1918 |
| März/April | Karfreitag |
| März/April | Ostermontag |
| 1. Mai | Tag der Arbeit |
| 23. Juni | Fest des Sieges (Vöidupüha) - 1919 besiegte die estnische Armee die deutsch-baltische Heimwehr in der Schlacht von Vönnu (Cesis) |
| 24. Juni | Johannistag |
| 20. August | Tag der wiedererlangten Unabhängigkeit 1991 |
| 25./26. Dezember | Weihnachten |
In Estland muss man auch tagsüber mit Licht fahren. Gewöhnungsbedürftig sind die Schotterpisten in entlegeneren Gebieten. Höchstgeschwindigkeit innerorts 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h. Autobahnabschnitte (bis 110 km/h) gibt es auf den Strecken Tallinn–Narva und Tallinn–Pärnu. Es gelten die Null-Promillegrenze und Handyverbot am Steuer. Von Dezember bis März sind Winterreifen vorgeschrieben. Achtung an Ampeln: Blinkendes Grün entspricht Gelb in Deutschland; bei Gelb daher nie weiterfahren. Tankstellen gibt es genügend und bleifreies Benzin überall, meist mit einem E gekennzeichnet (Normal: 95, Super: 95 E). In der Regel sind die Zapfanlagen farbig markiert: grün (bleifrei), rot (verbleit), schwarz (Diesel). Die grüne Versicherungskarte ist zu empfehlen.
In Tallinn fahren Straßenbahnen und Trolleybusse. Kaufen Sie die Tickets im Zehnerblock am Kiosk für ca. 5 Euro. Beim Fahrer kostet der Einzelfahrschein 0,80-1 Euro. Ein Routenplan hängt an jeder Haltestelle aus (www.tak.ee). Generell sind Busse das Verkehrsmittel im Land. Jede größere Stadt besitzt einen Busbahnhof. Zwischen den Zentren verkehren Schnellbusse. So braucht man für die knapp 200 km lange Strecke Tartu-Tallinn etwas mehr als 2 Std., Preis: 6 Euro. www.bussireisid.ee
Ein dichtes Eisenbahnnetz existiert für den Personenverkehr nur im Großraum Tallinn. Nach Viljandi, Pärnu, Tartu und Valga gehen ein bis zwei Züge am Tag, Fahrtdauer 3-6 Std.! Die Preise sind niedrig; etwa 3 Euro kostet die Fahrt nach Pärnu. www.elektriraudtee.ee, www.edel.ee
Taxifahrten werden nach Entfernung berechnet. Allerdings ist es in Tallinn ratsam, die Fahrtkosten vorher abzuklären und nur einzusteigen, wenn der Preis akzeptabel erscheint. Preis: 6-8 Kronen/km zwischen 6 und 23 Uhr. Normalerweise hängt im Wagen eine Preisliste aus. Auf Verlangen muss der Fahrer eine Quittung auszustellen. Taxiruf Tallinn: Taxis-Klubi Takso | Tel. 14200 | www.klubitakso.ee. Speziell am Flug- und am Fährhafen in Tallinn scheinen einige Taxifahrer ein „Touristen-Taxameter“ zu haben. Manche Hotels geben daher auf ihrer Website an, wie hoch der Fahrpreis zum Hotel sein darf.
Nein, Feinschmecker haben für die estnische Küche nicht am Herd gestanden. Das Essen erinnert eher an Großmutters Küche - bodenständig, schmackhaft und relativ schwer. In der Kochkultur spiegelt sich die Geschichte des Landes wider.
Sült - Sülze, Schweinefleisch in Aspik - wird zumeist mit Sauerkraut (hapukapsad) gegessen und steht ganz oben auf dem Speisezettel. Der Einfluss deutscher Küchenmeister ist unverkennbar, aber auch russische Gerichte dampfen in den Töpfen der Esten. Etwa die seljanka: Mit Fleisch- und Wurstresten, geriebenen Möhren, gerösteten Zwiebeln, sauren Gurken, Oliven, Kohl, Gewürzen sowie etwas Dill, Zitrone und einem Schuss saurer Sahne wird diese Suppe zum aromatischen Erlebnis.
„Jätku leiba“ - „Möge Ihr Brot reichen“ - sagen die Esten traditionell, wenn sie einen guten Appetit wünschen. Das ist Ausdruck einer Zeit, in der der Tisch nicht so reichhaltig gedeckt war wie heute. Die sogenannte Armeleuteküche haben die Esten zur Perfektion entwickelt. Mit allem, was Wald, eigener Garten und Hausschlachtung hergeben, wird gezaubert. Sauerkraut, Schweinefleisch, Würste jeglicher Art, Milch, Quark, Kartoffeln, Roggen, Gerste sowie Beeren und Pilze finden sich in vielen Gerichten. Typisch sind auch Fischspeisen in verschiedenster Zubereitung, vorzugsweise geräuchert oder mariniert.
Traditionell wird in Estland schon morgens warm gegessen. Pfannkuchen, Kartoffelpuffer oder Rührei stärken den Magen, ab Spätsommer auch Omelett mit frischen Pilzen. Doch alternativ gibt es zu Roggenbrot und Weißbrot Marmelade, Wurst, oft geräucherten Käse. Dazu kommen eingelegte Gurken, Zwiebeln oder Pilze. Steinpilze (puravik) und Pfifferlinge (kukeesened) sind am beliebtesten. Eine besondere Schwäche haben die Esten für kama, ein grobes Pulver aus gerösteter Gerste, Hafer und Roggen, Erbsen und schwarzen Bohnen. Es findet sich in vielen Gerichten. Mit Milch oder Buttermilch und Honig verrührt ist es ein beliebter Brei zum Frühstück, mit Kefir vermischt und gekühlt lässt es sich gut trinken. Ansonsten gibt es Tee oder Kaffee. Letzterer hat es in sich. Das Pulver wird direkt in der Tasse aufgebrüht. Das Ganze nennen die Esten nicht türkischen Mokka, sondern stolz „estnischen Kaffee“. Und den gibt's rund um die Uhr.
Die Hauptmahlzeit ist das Mittagessen. Beilagen zu vielen traditionellen Gerichten sind gekochte Kartoffeln oder Kartoffelpüree, häufig mit Dill gewürzt. Generell wird das Essen eher gegart als gebraten. Gekochtes Gemüse jedoch ist selten zu finden. Kohl, Sellerie und Möhren werden wie Gurken, Kürbis und Rote Bete eingelegt oder als Rohkostsalat serviert. Als Vorspeisen stehen meist Suppen auf dem Tisch, abgeschmeckt mit etwas Sauerrahm.
Warme Speisen sind auch abends im Angebot. Beispielsweise mit Fleisch, Quark oder Pilzen gefüllter Pfannkuchen (pannkoogid). Auf jedem Fest dabei ist der kartulisalad, Kartoffelsalat mit gekochten Möhren, Erbsen, sauren Gurken, Zwiebeln, Sahne und Mayonnaise.
In allen größeren Städten Estlands hat die estnische Küche internationale Konkurrenz erhalten, wird indisch, griechisch, chinesisch oder koreanisch gekocht. Pizzas, Steaks, Spaghetti, alles ist im Angebot. Speziell in Tallinn ist die Auswahl riesig.
Zum guten Essen gehört in Estland ein Bier. Im Sommer werden überall Bierfeste, „Öllefeste“, gefeiert, denn auf ihre Brautradition sind die Esten ziemlich stolz. Die bekanntesten nationalen Biere sind das würzige Saku Originaal der gleichnamigen Brauerei und das süßere, schwerere A. le Coq, das in Tartu gebraut wird. Auch beliebt sind Palmse (Dunkelbier) und Toolse (Leichtbier) der Viru-Brauerei. Zum Bier gibt es oft spezielle Snacks, beispielsweise kuivatatud tindikalad, kleine getrocknete Fischchen, die sehr salzig schmecken.
Hochprozentiges wie Wodka wird seltener getrunken als in der Sowjetzeit, dafür ist liköörid im Kommen, etwa Moosbeerenlikör. Der gängigste Likör heißt Vana Tallinn: Dem „Alten Tallinn“ mit seinem milden Rumgeschmack verleihen Zitronenöl, Zimt und Vanille Aroma. Die Esten trinken ihn zum Dessert oder bei einer Tasse Kaffee. Wein ist weniger populär. Aber Achtung: Wein heißt vein auf Estnisch und nicht viin. Das ist Schnaps. Als Erfrischungsgetränk bietet das limonadenähnliche kali Säften oder Cola erfolgreich Paroli. Es lässt sich auch schnell selbst herstellen: 2 kg Brot, 10 l Wasser, Pfefferminzstängel, Schwarze Johannisbeerzweige, Honig oder Zucker, 50 g Hefe, Hopfenwasser, Milch - alles mischen und in einem Eimer gären lassen. Wohl bekomm's.
Generell bieten die größeren Städte ein umfassendes Angebot an Einkaufsmöglichkeiten: Einkaufszentren mit 40 und mehr Geschäften, riesige Supermärkte und Kettendiscounter finden sich in Tallinn, Tartu, Narva und Pärnu. Auf dem Land wird das Angebot schon erheblich kleiner. Dorfläden befinden sich häufig neben der Tankstelle.
Die Geschäfte sind in der Regel von 9 bis 19 Uhr geöffnet, auch samstags. In Tallinn haben viele Geschäfte und die großen Kaufhäuser sieben Tage die Woche teilweise bis 23 Uhr offen.
Berühmt sind Estlands Strick- und Wollwaren. Speziell handgestrickte Pullover von der Insel Kihnu haben einen Ruf unter Kennern. Ihre Träger sollten allerdings ziemlich unempfindlich, sprich kratzfest sein. Früher soll jedes Dorf, jede Insel ein eigenes Strickmuster gehabt haben - prächtige Zopfmuster, Blumen- und Schneeflockendesigns -, angeblich auch deshalb, weil so auf der Ostsee vermisste Seeleute leichter identifiziert werden konnten.
Auf jedem Markt ins Auge fallen auch Fäustlinge aus Schafswolle mit ihren althergebrachten geometrischen Mustern und Farben.
Wahre Künstler sind die Esten im Umgang mit Holz und Leder. Geschnitzte Bierkrüge, Buttermesser und Holzlöffel sowie Brotbretter aus Wacholderholz erinnern an die Zeiten ihrer ländlichen Lebensweise. Filigrane Schatullen aus Leder oder hauchdünner Birkenrinde sowie in Leder eingeschlagene Bücher zeugen von Kreativität und handwerklicher Fertigkeit.
Schon zu Zeiten des sowjetischen Einheitsgraus galt Mode aus dem Baltikum als extravagant und avantgardistisch. Längst haben sich estnische Modedesigner mit ihren jungen Designs auch im Westen einen Namen gemacht, und Schnitte von Ivo Nikkolo oder Nuk Nordik, den Shootingstars des estnischen Edelschneiderszene, sind international begehrt. Das Stöbern in Tallinns Modeläden lohnt sich: Von klassisch stilvoll bis unkonventionell und wild ist alles zu haben. Eine Topauswahl an Modeläden (Bastion, Monton, PTA) gibt es im Shoppingcenter Viru Keskus (www.virukeskus.com).
Ausgefallen bis avantgardistisch, von den Motiven und Ornamenten der baltischen Volkskunst beseelt: Im estnischen Schmuckdesign verschmelzen Moderne und Tradition. Ob schicker Silberschmuck oder salzglasierte Keramik, Textilien oder buntes Glas - das Angebot ist groß und facettenreich in Estland und von anerkannt hoher künstlerischer Qualität.
Vor allem in Tallinn finden Sie viele Boutiquen, Ateliers und Galerien, die Kunst und exklusiven Schmuck feilbieten. Tipp: die kleinen Gildeläden in der Katharinengasse.
Im Ethnografischen Freilichtmuseum Rocca al Mare gibt es Kunsthandwerkliches aus allen Regionen des Landes. Typisch für die Inseln und als Mitbringsel beliebt sind kleine Vasen und Schmuck aus Dolomit, dem „Saaremaa-Marmor“. Ebenso Bernsteinschmuck wird vielerorts angeboten, auch in modernen Formen und mit anderen Naturmaterialien interessant kombiniert. Allerdings ist das „Gold der Ostsee“ in Estland nicht so populär wie etwa in Litauen - und auch nicht ganz so preiswert.
Wollen Sie etwas fürs leibliche Wohl mit nach Hause nehmen, dann ist hochprozentig Aromatisches ein geeignetes Mitbringsel. Die Esten haben ein Faible für Fruchtliköre und den Rumlikör Vana Tallinn - ein Kultgetränk. Natürlich gibt es auch Wodka: Viru Valge und Saaremaa heißen die estnischen Sorten.
An Süßigkeiten sollten Sie Pralinen oder Schokolade der Traditionsmarke Kalev einpacken.
Geschäfte sind Mo-Sa 9-19 Uhr geöffnet. Auf dem Land können Läden früher schließen - oder die ganze Nacht offen sein. Die Öffnungszeiten von Restaurants, Discos und Bars sind saisonal ausgerichtet, ebenso die der Touristinfos, die meist Mai-Sept. Mo-Fr 9-18, Sa/So 10-15 Uhr, Okt.-April Mo-Fr 10-17 Uhr geöffnet haben. Museen sind montags, manchmal dienstags geschlossen.
| frikadellisupp | Fleischbällchen, mit Gemüse, kleinen Nudeln, Petersilie, Lauch und Dill gekocht |
| hapukapsabors | Borschtsch mit Sauerkraut |
| heeringas hapukoore ja sibulaga | Hering mit Schmand und Zwiebeln |
| hernesupp | Erbsensuppe |
| kapsarullid | Krautrouladen, mit Hackfleisch gefüllt |
| kotletid | Frikadellen |
| kringel | süße Mandelbrezeln |
| küüslauguleivad | Schwarzbrotscheiben, mit Öl und Knoblauch in der Pfanne gebraten (zur Suppe) |
| leivasupp | Roggenbrotsuppe mit Honig, Apfelstücken und Rosinen |
| mulgi kapsad | geschmortes Schweinefleisch mit Sauerkraut und Graupen |
| mulgi puder pekikastmega | Kartoffelbrei mit Schinkensud |
| pannkoogid | Pfannkuchen: herzhaft gefüllt mit Fleisch, Kohl, Quark, Pilzen, aber auch süß mit Obst- oder Beerenkonfitüren |
| pirukad | mit Fleisch und Gemüse gefüllte Teigtasche |
| praeleib küüslauguga | geröstetes salziges Knoblauchbrot, beliebter Snack zum Bier |
| rosolje | Salat mit Kartoffeln, Ei, Roter Bete und Matjes oder Hering |
| saslik | pikante Fleischspieße, oft an Grillständen angeboten |
| silgurulid | gerollter Strömling mit Möhren, Zwiebeln und Pfeffer. Kommt dem deutschen Rollmops nahe |
| silgusoust | Sprotten, gebacken in Sauercreme |
| sült | Sülze (wie in Deutschland) |
| taidetud basikarind | gefüllter Kalbsbraten |
| verivorst | Blutwurst, im Ofen geschmort, die mit gekochten Kartoffeln und Heidelbeer- oder Preiselbeermarmelade vor allem zu Weihnachten serviert wird |
| veskikivid | „Mühlensteine“: paniertes Schweinefleisch, gebraten mit Ananas und Kartoffeln |
Estland zählt seit Jahren zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften Europas, vor allem aufgrund der anhaltend robusten Binnennachfrage (Wirtschaftswachstum 2006: 6,2 Prozent, BIP 13 Mia. Euro). Mehr als drei Viertel seines Außenhandels wickelt das Land mit der EU ab. Prosperierende Branchen sind die Holzwirtschaft, die Papier- und Zelluloseproduktion und die Möbelindustrie. Aber auch in der Chemieindustrie, in der Elektronikbranche und in der Textilwirtschaft sind estnische Unternehmen aktiv. Dass in estnischen Mooren der Torf für deutsche Gärten und Gewächshäuser gestochen wird, dürfte wenig bekannt sein, ebenso, dass Estland Strom produziert und exportiert, den es durch die Verbrennung von Ölschiefer gewinnt. Um die damit verbundenen ökologischen Probleme zu lösen, wird erheblich in den Umweltschutz investiert. Die Arbeitslosigkeit ist regional sehr unterschiedlich: Im Osten sind es 18 Prozent, auf Saaremaa nur 4. Seit die EU offensteht, verlassen viele junge, gut ausgebildete Esten das Land, um in der EU zu arbeiten, vor allem in Schweden und Großbritannien. Die Folge: ein immer stärker spürbarer Fachkräftemangel, vor allem in der Hauptstadt Tallinn.
„Das Land der Esten war, ist und bleibt gleichfalls die Heimat der Deutschbalten“, hat Lennart Meri, Estlands erster Staatspräsident nach 1991, wiederholt betont. Als Unterdrücker und Förderer der Esten zugleich prägten sie das Land. Deutsche Ordensritter missionierten Estland mit dem Schwert. Deutsche Hanse-Kaufleute bauten den Fernhandel auf und gründeten Städte. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung folgten ihnen Handwerker, Gelehrte, Ärzte. Deutsche Geistliche predigten das christliche Wort und übersetzten die Bibel ins Estnische. Pastoren waren es auch, die die Aufklärung ins Land brachten.
Aus den Ordensrittern ging der deutsch-baltische Adel hervor, der große Teile des Landes in Besitz hielt. Die Enteignung nach 1920 beendete die Zeit der deutschen Barone. 1934 lebten noch 21000 Deutsche in Estland, ehe sie Adolf Hitler 1939 „heim ins Reich“ rief, 1944 flohen die letzten. Knapp 50 Jahre sowjetischer Herrschaft haben die Erinnerung an das einst wechselhafte Verhältnis zwischen Deutschen und Esten in das milde Licht der Erinnerung getaucht.
Es war das schwerste Schiffsunglück in der europäischen Nachkriegszeit: Am 28. Sept. 1994 sank die Ostseefähre „Estonia“ in einem Herbststurm nachts auf der Fahrt von Tallinn nach Stockholm. 852 Menschen starben. Der Untergang traf die kleine Baltenrepublik schwer: 284 Opfer waren Esten. In fast jeder estnischen Gemeinde gab es Bindungen zu den Opfern, die Besatzung stammte aus Estland, das Schiff gehörte einer estnischen Reederei.
Die Unglücksursache ist bis heute ungeklärt. Zwar benannte der Abschlussbericht die defekte Bugklappe als Auslöser für das Kentern der Fähre, doch andere Experten sprachen von einem Bombenanschlag. Auftrieb erhielt diese These, als im November 2004 offiziell bestätigt wurde, dass Schwedens Geheimdienst die Fähre für geheime Transporte militärischer Güter aus Russland nutzte. Die „Estonia“ hält die Esten noch immer fest. Der 28. Sept. ist ein landesweiter Gedenktag. In vielen Städten, wie in Tartu, Pärnu, Võru oder auf Hiiumaa, stehen Estonia-Monumente.
In Tartu bauen Wissenschaftler die weltweit größte Gen-Datenbank auf. Erfasst werden die Angaben zu Krankheitsgeschichten und Erbgutstrukturen aller Esten im Land, etwa 1 Mio. Menschen. Der Vergleich der Daten einer vollständigen Volksgruppe bietet die Chance, die Veranlagung für Erbkrankheiten frühzeitig erkennen zu können. Das Hightech-Orakel soll es Forschung und Biomedizin ermöglichen, neue Medikamente zielgerichtet zu entwickeln. Die Datenverwaltung wird staatlich kontrolliert. Angestrebtes Ziel: Gründung von Biotechfirmen und Ansiedlung ausländischer Unternehmen. Die Esten sind mehrheitlich einverstanden mit der Auswertung ihrer sensiblen Daten.
Kalevipoeg, der „Sohn Kalevs“, ist das Nationalepos Estlands. Es ist vergleichbar mit der deutschen Nibelungensage und ähnelt dem finnischen Nationalepos „Kalevala“. Friedrich Reinhold Kreutzwald aus Võru in Südestland hat es ab 1853 erstmals schriftlich zusammengefasst. Der Kalevipoeg ist eine Sammlung von rund 20000 Versen aus Sagen, Gedichten und Volksliedern mit Episoden aus dem Leben des mythischen Riesen. In der Legende schleudert Kalevipoeg Felsen nach seinen Gegnern, er gestaltet Landschaften und gründet Städte. Der Kalevipoeg bildete im 19. Jh. eine der kulturgeschichtlichen Grundlagen für die Entwicklung des Nationalgefühls der Esten, für die sogenannte „nationale Selbstfindung“.
Estland ist ein protestantisches Land. Die Reformation erreichte Reval schon 1523. Doch trotz des Endes der Sowjetzeit hat es die lutherische Kirche in Estland schwer und kämpft um ihre Position in der neuen Gesellschaft. Zwar unterstützt der Staat die Restaurierung mancher lutherischer Gotteshäuser aus kulturell-staatspolitischen Gründen, doch rechtlich betrachtet ist die Kirche ein Verein wie ein Fußballklub eben auch, mancherorts nur mit weniger Mitgliedern. Knapp 200000 Esten (etwa 11 Prozent der Bevölkerung) bekennen sich zum lutherischen Glauben, 130 Pastoren betreuen etwa 175 Kirchengemeinden.
Die Zaren brachten ihre Zwiebeltürme nach Estland. Die russisch-orthodoxe Kirche stellt die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft im Land, doch insgesamt gehört nur etwa ein Drittel der Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft an.
Nach den Esten mit 68 Prozent bilden die Russen mit 26 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe. Ein belastendes Erbe der „Russifizierung“ in der Sowjetzeit. Die Einwanderer passten sich weder sprachlich noch kulturell den Esten an. Russisch war Amtssprache, alles Estnische wurde unterdrückt. Man lebte nebeneinander her. Nach der Unabhängigkeit blieben viele der ungebetenen Gäste. Die Staatsbürgerschaft kann jeder Einwohner erhalten - wenn er die estnische Sprache beherrscht, einen Verfassungseid leistet, Kenntnisse über Geschichte und Kultur Estlands nachweist und mindestens fünf Jahre im Land lebt. So haben 12 Prozent der Bevölkerung immer noch keine Staatsangehörigkeit, 2006 waren das ca. 140000 Menschen. Sie haben einen Status als „ständige Bewohner“; mit ihrem Fremdenpass (Välismaalase Pass) sind sie auch keine EU-Bürger, und ohne Visum geht nichts.
Ein Este ohne Gesang? Unvorstellbar. Doch singt er ungern allein. Schulen, Firmen, Behörden, Dörfer - alle haben ihren eigenen Chor. Alle fünf Jahre messen sich die besten Chöre beim großen nationalen Sängerfest, dem Laulupidu in Tallinn. Wenn an dessen Ende der Gesang von mehr als 21000 Stimmen von der gewaltigen Bühne zum Himmel steigt, dann erklingt der wohl größte Chor der Welt. Der Gesang von Alt und Jung gibt dem Gefühlsleben und der Verbundenheit eines kleinen Volkes Ausdruck.
Die Sängerfeste (das nächste findet 2009 in Tallinn statt) sind die wichtigsten nationalen Kulturfeste der Esten. Die ersten Chöre entstanden im 19. Jh. Zum ersten gesamtestnischen Sängerfest 1869 kamen 822 Teilnehmer in die Universitätsstadt Tartu. „Mu isamaa on minu arm“ („Mein Vaterland ist meine Liebe“) hieß eines der Lieder, die sie auf Estnisch sangen. Geschrieben hat es die Nationaldichterin Lydia Koidula. Heute verwahrt das estnische Literaturmuseum 1,3 Mio. Blätter mit Volksliedern, und Koidulas Lied sollte in sowjetischer Zeit zum Symbol des Beharrens auf der Tradition, der nationalen Identität und der Selbstbestimmung der Esten werden.
Der Saunabesuch ist für die Esten ein zum Leben gehörendes Ritual. Hier werden Körper, Geist und Seele frei. Die Esten saunieren mit Aufgüssen, und selbstverständlich gehört das „Peitschen“ mit Birkenreisig dazu - damit der Kreislauf wirklich anspringt. Es ist nicht selten, dass Gäste zum gemeinsamen Saunagang eingeladen werden. Ein solches Angebot sollten Sie annehmen, denn in Estland lässt sich so manches in der Sauna leichter als auf „offizieller“ Ebene besprechen. Übrigens: In Estland kennt man keine gemischte Sauna.
Estnisch ist eine finno-ugrische Sprache, mit Finnisch und Ungarisch eine Familie bildend. Mit den baltischen (Lettisch, Litauisch) und slawischen (Russisch, Polnisch) Sprachen hingegen ist sie nicht verwandt. Im Estnischen gibt es weder Futur noch Präpositionen, auch Zischlaute nicht. Dafür umso mehr Vokale, darum klingt die Sprache auch ungemein melodisch. Wer sie als Ausländer lernen will, hat sich viel vorgenommen: Die Grammatik hat nicht nur 14 Fälle auf Lager, sondern noch so einige weitere Hürden.
Auch die deutsche, schwedische und russische Sprache haben - wen wundert es bei der von wechselnden Fremdherrschaften geprägten Geschichte des Landes - Eingang in das Estnische gefunden, allein aus dem Niederdeutschen gibt es 2000 Lehnwörter. Ein Beispiel ist der Wachtturm „Kiek in de Kök“ in Tallinns Stadtmauer: Ein Wachposten musste schließlich wissen, was in der Küche kochte. Meist war es wohl supp ...
Dank seiner dünnen Besiedlung ist Estland ein Naturparadies. In Europa selten gewordene Vogelarten wie Auerhahn und Schwarzstorch finden hier noch ihr natürliches Revier. Durch die weiten, unberührten Hochmoore und Wälder ziehen Elche, rund 10000 sollen es sein. Auch die großen Räuber, einige Hundert Wölfe, Bären und Luchse, stellen dort ihrer Beute nach: Rotwild, Rehen, Wildschweinen. An Flüssen und Seen bauen Biber ihre Burgen, Seehunde aalen sich an der Ostseeküste im Sand. Und im Nationalpark Vilsandi, an den Stränden der Insel Innaharu, versorgen die seltenen Ostsee-Kegelrobben ihren Nachwuchs.
Sollten Sie eingeladen werden, nehmen Sie unbedingt einen Strauß Blumen für Ihre Gastgeber mit. Nicht der Preis, sondern die Geste zählt. Mit leeren Händen zu kommen wird in Estland als unhöflich empfunden. Und Estinnen lieben Blumen: Überall in den Städten gibt es kleine Blumenstände, die ein großes Publikum haben. Vermeiden Sie rote Nelken, da sie an die Sowjetzeit erinnern. Schenken Sie immer in ungerader Zahl, nur bei traurigen Anlässen ist dies anders. Übrigens: Bei Privatbesuchen ist das Ausziehen der Schuhe im Flur üblich. Also vorher auf die Socken achten.
Esten gelten als reserviert, schweigsam und zurückhaltend. Pünktlichkeit zählt hier zur Höflichkeit, sie wird erwartet, ist eigentlich ein absolutes Muss. Bei der Begrüßung reicht man sich die Hände, mehr nicht. Sentimentalitäten im Zwischenmenschlichen vermeiden Esten. Selbst alte estnische Freunde kann es durchaus irritieren, wenn man sie zur Begrüßung drückt oder umarmt. Esten haben ihre Gefühle in der Öffentlichkeit stets unter Kontrolle, und man muss sich schon sehr gut kennen, bevor sie sich im Privaten öffnen.
Die Esten sind als kleines Volk stolz auf ihre Nation und ihr Land. Verwechseln Sie die Esten daher bloß nicht mit Letten oder Litauern, das mögen sie nicht. Achten Sie auch darauf, ihre Hauptstadt Tallinn klar von Riga oder Vilnius zu unterscheiden. Manche, die das Baltikum zum ersten Mal bereisen, können seine drei Länder nicht immer in allen Facetten voneinander trennen, was bei Gesprächen zu peinlichen Momenten führen kann. Ebenso ist der in Deutschland übliche Begriff „Balten“ für die Esten eine Bezeichnung, die sie mit gemischten Gefühlen hören. Der Begriff ist zwar geografisch korrekt, spiegelt aber die nationale Eigenständigkeit nicht wider. Sie gewinnen Sympathien, wenn Sie die estnische Kultur und Tradition anerkennen und sich selbst bescheiden zeigen. Und: Bezeichnen Sie Esten nie als Russen und sprechen Sie nie von der einstigen Sowjetrepublik. Esten finden es zudem unpassend, wenn man ihr Land klein nennt. Sie haben ja nicht Unrecht: Dänemark, Belgien, Holland sind kleiner. Und im Sport sind die Esten, gemessen an der Einwohnerzahl, noch größer und verweisen gern und stolz auf ihre Erfolge.
Die Eisenbahn ist in Estland ein völlig unterentwickeltes Verkehrsmittel, es gibt nur wenige Inlandstrecken, auf denen meist nur zwei- bis dreimal täglich Züge fahren und das dann auch noch kriechend langsam, zumal sie in jedem Nest halten. Die meisten Esten fahren, wenn sie im Land vorwärts kommen wollen, lieber Bus. Das ist schneller und billiger.
Siehe
Es gibt Flug-, Eisenbahn- und Fährverbindungen. Die touristische Infrastruktur ist insbesondere in den Städten sehr gut ausgebaut.
In Tallin steht ein guter öffentlicher Nahverkehr mit E-Tickets zur Verfügung, Weitere Informationen erteilt Tallinn Tourism. Taxis sind zudem weit verbreitet und relativ preiswert.
In Estland ist ganzjährig auch tagsüber das Fahren mit Abblendlicht vorgeschrieben.
Es gilt eine faktische "0,0-Promille-Grenze"; polizeiliche Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen sind häufig.
Vom 1. Dezember bis 1. März ist die Benutzung von Winterreifen Pflicht; dieser Zeitraum kann aufgrund der jeweiligen Witterungsverhältnisse allerdings auch kurzfristig ausgedehnt werden. Die Benutzung von Spike-Reifen ist vom 1. Oktober bis 31. März gestattet.
Die großen Verbindungsstraßen entsprechen im Wesentlichen deutschen Bundesstraßen.
Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sind vor der Fahrt online beim estnischen Amt für Straßenverwaltung Mautgebühren zu entrichten.
Fußgänger und Rollstuhlfahrer sind verpflichtet, bei schlechter Sicht und während der Dunkelheit sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften Reflektoren wie Katzenaugen bzw. eine Lichtquelle zu tragen, damit sie besonders für Autofahrer besser sichtbar sind.
Bei Polizeikontrollen muss neben der gültigen Fahrerlaubnis auch der Versicherungsschutz durch eine "Grüne Deckungskarte", in der das Länderkürzel für Estland eingetragen ist, nachgewiesen sowie die Fahrzeugpapiere im Original vorgelegt werden, anderenfalls droht eine hohe Geldstrafe.
Bei Verlust von Führerschein oder Fahrzeugpapieren ist es nicht gestattet, ein Fahrzeug zu lenken.
Die Strafen für Verkehrsvergehen sind vergleichsweise hoch, z. B. 400 EUR für das Nichtanlegen eines Sicherheitsgurts. Zum Teil sind Verkehrsvergehen Straftatbestände, wie erheblich überhöhte Geschwindigkeit oder Blutalkoholgehalt.
Der deutsche Führerschein im - oder Scheckkartenformat wird in Estland anerkannt. Inhaber älterer deutscher Führerscheine sollten einen internationalen Führerschein mitführen.
Estnische Gesetze verbieten die Diskriminierung auf der Basis von Gender- und sexueller Orientierung. Die gesellschaftliche Akzeptanz variiert je nach Örtlichkeit.
Für das Führen eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss gelten vergleichsweise hohe Strafen. Es drohen bis zu 2.400 EUR Geldstrafe, Führerscheinentzug bis zu einem Jahr sowie Haftstrafe bis zu einem Jahr.
In Estland ist jeglicher Umgang mit Drogen (wie Konsum, Erwerb, Vermittlung, Anbau (auch von Cannabis und Schlafmohn), Sammeln, Herstellung, Bearbeitung, Verpackung, Aufbewahrung, Ein- und Ausfuhr, Transport, unentgeltliche Weitergabe an dritte Personen, Verkauf) verboten und wird mit deutlich höheren Strafen als in Deutschland geahndet. Für amtliche Genehmigungen für den Umgang mit Drogen ist das estnische Sozialministerium oder das estnische Medikamentenamt zuständig. Bereits der Umgang mit Kleinstmengen (auch Konsum ohne Rezept) wird strafrechtlich verfolgt und mit einer Geldstrafe in Höhe von 2.400 EUR oder mit Haftstrafe geahndet.
Einflussnahme auf Minderjährige zur Ausübung sexueller Handlungen, Kinderprostitution sowie sexuelle Nötigung stehen in Estland unter Strafe.
Zahlungsmittel ist der Euro (EUR). Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Bank- und Kreditkarten sind überall möglich.
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.
Landesweit kommt es von April - Oktober zur Übertragung der Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Bei Aufenthalten in dieser Zeit ist eine Impfung gegen FSME empfohlen. Auch an die Möglichkeit weiterer durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie beispielsweise Borreliose oder Babesiosis muss nach einem Zeckenbiss gedacht werden.
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.
Die medizinische Grundversorgung ist gewährleistet und entspricht in der Regel dem europäischen Standard.
Bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung besteht in Estland für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf ärztliche Behandlung. Als Nachweis ist die von Ihrer Krankenkasse ausgestellte europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorzulegen.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
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Estland hat 2024 an allen Grenzübergängen zu Russland eine vollständige Zollkontrolle des Grenzverkehrs eingeführt. Sie umfasst Personen-, Fahrzeug-, Waren- und Gepäckkontrollen. Es ist mit erhöhten Abfertigungszeiten zu rechnen. Die sog. Saatse-Stiefel-Straße, die von Estland aus kurz über russisches Territorium führt, ist geschlossen. Weiterführende Informationen sind bei der zuständigen Zollbehörde erhältlich.
Grenzübertritte am Grenzübergang Narva-Ivangorod sind bis auf Weiteres nur zu Fuß und nur zwischen 7 und 23 Uhr möglich. Der Grenzübergang ist für sämtliche Fahrzeuge gesperrt.
Die Grenzübergänge Koidula und Luhamaa können mit Fahrzeugen genutzt werden, sind jedoch ab 24. Februar 2026 für drei Monate nur von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen bietet die Website der estnischen Grenzschutzbehörde.
Die estnischen Behörden behalten sich vor, Grenzübergänge zur Russische Föderation jederzeit kurzfristig zu schließen, und raten daher von Reisen aus Estland in die Russische Föderation ab. Eine Rückreise über estnische Grenzübergänge aus der Russischen Föderation in die Europäische Union ist im Fall einer Schließung nicht mehr möglich.
Die Einreise mit in der Russischen Föderation zugelassenen Pkws nach Estland ist aufgrund Art. 3i der EU-Verordnung 833/2014 grundsätzlich untersagt. Weitergehende Informationen (auch zu möglichen Ausnahmen sowie weiteren Einfuhrbeschränkungen, z. B. falls Gegenstände nicht offensichtlich zum persönlichen Gebrauch während der Reise bestimmt sind) sind bei der zuständigen Zollbehörde erhältlich. Auch die Einreise mit in Belarus zugelassenen Pkws ist seit Juli 2024 aufgrund Ziffer 15 (Art. 1ra) der EU-Verordnung 2024/1865 vom 29. Juni 2024 grundsätzlich untersagt.
Die derzeit gültigen EU-Sanktionen umfassen ein Ausfuhrverbot für Barmittel auf alle amtlichen Währungen der EU-Mitgliedstaaten aus den EU-Mitgliedstaaten in die Russische Föderation. Ausnahmen bestehen für den Eigenbedarf (siehe EU-Verordnung 2022/345 vom 1. März 2022). Dieser ist auf den persönlichen Gebrauch des Reisenden und mitreisender enger Familienangehöriger begrenzt (keine Mitnahme für Dritte). Der Eigenbedarf und seine Höhe sind an der EU-Außengrenze plausibel nachzuweisen und werden durch die Grenz- und Zollbehörden teils sehr restriktiv ausgelegt (niedriger dreistelliger Betrag pro Person). Die Anmeldepflicht für Barmittel ab einer Höhe von 10.000 EUR gilt unabhängig von der Währung.
Estland hat 2025 die Vorschriften zur Ahndung von Verstößen gegen die EU-Sanktionen erneut verschärft.
So wird der Versuch der Ein- oder Ausfuhr sanktionierter Güter sowie von Barmitteln bis 10.000 EUR als Vergehen geahndet und kann mit empfindlichen Bußgeldern belegt werden. Bei wiederholten Verstößen gegen die Sanktionen sowie beim Versuch der Ein- oder Ausfuhr von Barmitteln über 10.000 EUR werden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, die Bußgelder in beträchtlicher Höhe und eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren zur Folge haben können.
Auch die Ausfuhr von Bargeldbeträgen zur Bezahlung medizinischer Eingriffe in der Russischen Föderation fällt unter die EU-Sanktionen und wird entsprechend strafrechtlich verfolgt.
An touristisch frequentierten Plätzen wie insbesondere in der Altstadt von Tallinn kommt es zu Kleinkriminalität wie Taschendiebstählen. Rucksäcke und Handtaschen können es Taschendieben besonders einfach machen. Gewaltkriminalität ist selten.
Autodiebstahl und -aufbrüche sind vielerorts möglich, insbesondere auf nicht bewachten Parkplätzen und wenn Wertsachen oder Gepäckstücke im Fahrzeug erkennbar sind.
In Bars und anderen Lokalitäten kann es vereinzelt zu Kreditkartenbetrug, überhöhten Rechnungen und seltener auch zum Einsatz von Betäubungsmitteln in Getränken kommen.
Das Klima ist maritim bis mäßig kontinental.
Im Winter kann es zu extremer Kälte, Schneefällen und Winterstürmen kommen.
Siehe Aktuelles
Es gibt Flug-, Eisenbahn- und Fährverbindungen. Die touristische Infrastruktur ist insbesondere in den Städten sehr gut ausgebaut.
In Tallin steht ein guter öffentlicher Nahverkehr mit E-Tickets zur Verfügung, Weitere Informationen erteilt Tallinn Tourism. Taxis sind zudem weit verbreitet und relativ preiswert.
In Estland ist ganzjährig auch tagsüber das Fahren mit Abblendlicht vorgeschrieben.
Es gilt eine faktische "0,0-Promille-Grenze"; polizeiliche Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen sind häufig.
Vom 1. Dezember bis 1. März ist die Benutzung von Winterreifen Pflicht; dieser Zeitraum kann aufgrund der jeweiligen Witterungsverhältnisse allerdings auch kurzfristig ausgedehnt werden. Die Benutzung von Spike-Reifen ist vom 1. Oktober bis 31. März gestattet.
Die großen Verbindungsstraßen entsprechen im Wesentlichen deutschen Bundesstraßen.
Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sind vor der Fahrt online beim estnischen Amt für Straßenverwaltung Mautgebühren zu entrichten.
Fußgänger und Rollstuhlfahrer sind verpflichtet, bei schlechter Sicht und während der Dunkelheit sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften Reflektoren wie Katzenaugen bzw. eine Lichtquelle zu tragen, damit sie besonders für Autofahrer besser sichtbar sind.
Bei Polizeikontrollen muss neben der gültigen Fahrerlaubnis auch der Versicherungsschutz durch eine „Grüne Deckungskarte", in der das Länderkürzel für Estland eingetragen ist, nachgewiesen sowie die Fahrzeugpapiere im Original vorgelegt werden, anderenfalls droht eine hohe Geldstrafe.
Bei Verlust von Führerschein oder Fahrzeugpapieren ist es nicht gestattet, ein Fahrzeug zu lenken.
Die Strafen für Verkehrsvergehen sind vergleichsweise hoch, z. B. 400 EUR für das Nichtanlegen eines Sicherheitsgurts. Zum Teil sind Verkehrsvergehen Straftatbestände, wie z.B. erheblich überhöhte Geschwindigkeit oder Blutalkoholgehalt.
Der deutsche Führerschein im EU- oder Scheckkartenformat wird in Estland anerkannt. Inhaber älterer deutscher Führerscheine sollten einen internationalen Führerschein mitführen.
Estnische Gesetze verbieten die Diskriminierung auf der Basis von Gender- und sexueller Orientierung. Die gesellschaftliche Akzeptanz variiert je nach Örtlichkeit.
Für das Führen eines Fahrzeuges unter Alkoholeinfluss gelten vergleichsweise hohe Strafen. Es drohen bis zu 2.400 EUR Geldstrafe, Führerscheinentzug bis zu einem Jahr sowie Haftstrafe bis zu einem Jahr.
In Estland ist jeglicher Umgang mit Drogen (wie Konsum, Erwerb, Vermittlung, Anbau (auch von Cannabis und Schlafmohn), Sammeln, Herstellung, Bearbeitung, Verpackung, Aufbewahrung, Ein- und Ausfuhr, Transport, unentgeltliche Weitergabe an dritte Personen, Verkauf usw.) verboten und wird mit deutlich höheren Strafen als in Deutschland geahndet. Für amtliche Genehmigungen für den Umgang mit Drogen ist das estnische Sozialministerium oder das estnische Medikamentenamt zuständig. Bereits der Umgang mit Kleinstmengen (auch Konsum ohne Rezept) wird strafrechtlich verfolgt und mit einer Geldstrafe in Höhe von 2.400 EUR oder mit Haftstrafe geahndet.
Einflussnahme auf Minderjährige zur Ausübung sexueller Handlungen, Kinderprostitution sowie sexuelle Nötigung stehen in Estland unter Strafe.
Zahlungsmittel ist der Euro (EUR). Das Abheben von Bargeld an Geldautomaten und die Bezahlung mit Bank- und Kreditkarten sind überall möglich.
Einreise- und Zollbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Bitte erkundigen Sie sich daher vorab zusätzlich bei den Vertretungen Ihres Ziellandes. Nur dort erhalten Sie rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen Ihres Reiselandes. Der deutsche Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen bei Einreise nach Deutschland.
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
Anmerkungen:
Estland ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13. Dezember 1957. Reisedokumente außer dem vorläufigen Personalausweis dürfen seit höchstens einem Jahr abgelaufen sein.
Seit dem Beitritt Estlands zum Schengener Abkommen sind die Binnengrenzkontrollen an den Land- und Seegrenzen zwischen Estland und den anderen Schengen-Staaten zwar eingestellt worden. Dennoch können weiterhin sowohl Polizei- als auch Grenzschutzbeamte das Vorzeigen eines Ausweisdokumentes fordern. Reisende sind gesetzlich verpflichtet, sich bei Reisen in Estland und auch bei der Nutzung der Fährverbindungen in Nachbarländer ausweisen zu können. Eine Reise ohne gültiges Ausweisdokument stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Geldbußen bis zu 800 Euro geahndet werden.
Siehe Aktuelles
Über konkrete Informationen zu den Einreiseerfordernissen für Estland inklusive Grenzstationen, Öffnungszeiten, Erreichbarkeit und Einreiseverfahren informiert die estnische Grenzschutzpolizei. Grenzübertritte sind vorab beim jeweiligen Grenzübergang elektronisch über das Grenzportal anzumelden. Die estnischen Grenzbehörden führen keine Ausreisekontrollen durch, raten jedoch den Reisenden, sich mit den Einreisebestimmungen des Ziellandes sowie der Transitländer vertraut zu machen. Kurzfristige Änderungen sind aufgrund der aktuellen politischen Lage möglich. Die estnische Grenzpolizei behält sich vor, ggf. weitere Dokumente zur Darlegung des Reisegrunds/Reiseziels zu verlangen. Übersetzte Unterlagen auf Englisch sind empfehlenswert.
An zwei estnischen Grenzübergängen in die Russische Föderation in Koidula und Luhamaa gibt es eine elektronische Vorbuchung für den Grenzübertritt von Fahrzeugen. Auf der auch englischsprachigen Webseite GoSwift-Queue Management Service kann das Fahrzeug bis zu 90 Tage im Voraus für den Grenzübertritt angemeldet werden. Trotz dieser elektronischen Vorbuchung kommt es gelegentlich (und ohne vorherige Online-Registrierung regelmäßig) zu sehr langen Wartezeiten an der Grenze. Die Höhe der Gebühren kann, je nach Grenzübergang, unterschiedlich sein.
Es sind keine besonderen Bestimmungen für die Einreise Minderjähriger bekannt.
Siehe Aktuelles
Die Ein- und Ausfuhr von Waren unterliegt den Bestimmungen der Europäischen Union. Der Grundsatz keiner Warenkontrollen schließt Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus.
Estland ist Mitgliedstaat des Washingtoner Artenschutzabkommens. Die Einfuhr bestimmter Wildtier- und Wildpflanzenarten sowie daraus gewonnener Produkte ist daher verboten und strafbar.
Alle Arten von Waffen unterliegen der Anzeigepflicht bei der Einreise. Die Vorlage der entsprechenden Waffentragegenehmigungen ist erforderlich.
Für Reisen mit bestimmten Haustieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Irland, Malta und Finnland, wo abweichende Bestimmungen gelten, ist ein EU-Heimtierausweis erforderlich. Er dient u. a. als Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist.
Einen Musterausweis sowie weitergehende Informationen bietet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.
Bei Einreise aus Belarus und der Russischen Föderation in die EU sind seit 2024 besondere Erfordernisse zu beachten, z.B. hinsichtlich eines Titertests (zur Feststellung von Tollwutantikörpern).
Unter drei Monate alte Haustiere (Hunde, Katzen, Frettchen) müssen ebenfalls einen Mikrochip tragen und einen EU-Heimtierausweis besitzen. Sofern sie nicht gegen Tollwut geimpft sind, müssen sie klinisch gesund sein. Als Nachweis hierfür verlangen die estnischen Behörden eine formlose Bescheinigung des zuständigen Tierarztes, dass das Muttertier gegen Tollwut geimpft war (sofern das Jungtier noch von ihr abhängt) bzw. das Jungtier seit der Geburt keinen Kontakt zu infizierten Wildtieren gehabt hat.
Detaillierte Informationen bieten das estnische Veterinäramt und das estnische Agrarministerium.
Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben.
Landesweit kommt es von April – Oktober zur Übertragung der Frühsommer Meningoenzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Bei Aufenthalten in dieser Zeit ist eine Impfung gegen FSME empfohlen. Auch an die Möglichkeit weiterer durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie beispielsweise Borreliose oder Babesiosis muss nach einem Zeckenbiss gedacht werden.
Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.
Die medizinische Grundversorgung ist gewährleistet und entspricht in der Regel dem europäischen Standard.
Bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung besteht in Estland für alle Personen, die in Deutschland gesetzlich versichert sind, ein Anspruch auf ärztliche Behandlung. Als Nachweis ist die von Ihrer Krankenkasse ausgestellte europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorzulegen.
Bitte beachten Sie neben dem generellen auch den medizinischen Haftungsausschluss
Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.
Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise
Die medizinische Grundversorgung ist zumeist befriedigend. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an einen selbständigen Vertragsarzt oder an einen Arzt in einer öffentlichen kommunalen oder staatlichen Einrichtung.
In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.
Trinkwasser ist in der Regel sauber. Der hohe Mineralgehalt des Wassers ist allerdings nicht jedermanns Geschmack. In Flaschen abgepacktes Wasser ist überall erhältlich. Um mögliche Infektionen zu vermeiden, sollte man eine vernünftige Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene durchführen. Fleisch- und Fischgerichte nur gut durchgekocht und heiß serviert essen. Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
| Titel | Besondere Vorsichtsmaßnahmen | Gesundheitszeugnis erforderlich |
|---|---|---|
| Cholera | Nein | - |
| Gelbfieber | Nein | - |
| Essen & Trinken | - | - |
| Malaria | Nein | - |
| Typhus | Nein | - |
Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.
HIV/Aids kommt vor und ist grundsätzlich eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.
Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Gegen FSME ist zusätzlich zu den o.g. Schutzmaßnahmen eine Impfung möglich.
Hepatitis A und Hepatitis B kommen landesweit vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.
Estland gilt als terrestrisch tollwutfrei.
| Titel | Pass erforderlich | Visum erforderlich | Rückflugticket erforderlich | Personalausweis/Identitätskarte |
|---|---|---|---|---|
| Türkei | Ja | 2 | Nein | - |
| Andere EU-Länder | Nein/1 | Nein | Nein | Ja/1 |
| Deutschland | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Schweiz | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Österreich | Nein | Nein | Nein | Ja |
U. a. Staatsbürger der folgenden, in der obigen Tabelle genannten Länder können mit gültigem Personalausweis/Identitätskarte einreisen:
EU-Länder und Schweiz ([1] Ausnahmen: Einen Reisepass benötigen Staatsangehörige von Großbritannien und Irland (Rep.)).
Allgemein erforderlich, muss noch mindestens 3 Monate über das Visum hinaus gültig sein, wenn der Reisende kein EU-Bürger ist. Außerdem dürfen die Reisepässe von Nicht-EU-Bürgern nicht älter als zehn Jahre sein. Reisepässe von EU-Bürgern müssen während des Aufenthalts gültig sein.
Estland ist Unterzeichner und Anwender der EU-Rechtsakte (Schengener Abkommen). Innerhalb des Schengenraums bestehen für Reisende an der Grenze keine Ausweiskontrollen mehr.
Allgemein erforderlich, ausgenommen sind Staatsbürger folgender Länder für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres:
(a) EU-Länder und Schweiz.
(b) [2] Türkische Staatsangehörige, die eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Schengenland besitzen (für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres).
Deutsche: Personalausweis oder elektronischer Reisepass für Personen unter 24 Jahren oder noch gültiger maschinenlesbarer Kinderreisepass (dieser wird seit dem 1.1.2024 nicht mehr ausgestellt; bereits vorhandene Kinderreisepässe können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit entsprechend der Einreisebestimmungen der einzelnen Länder genutzt werden).
Österreicher: Personalausweis oder eigener Reisepass.
Schweizer: Identitätskarte oder Reisepass.
Türken: Eigener Reisepass.
Anmerkung: Für die Kinder gelten jeweils die gleichen Visumbestimmungen wie für ihre Eltern.
Hinweis: Ab dem 15. Lebensjahr muss jede Person über ein eigenes Reisedokument verfügen.
Kurzfristiger Aufenthalt: Zwischen 2 und 10 Arbeitstagen.
Längerfristiger Aufenthalt: Mehrere Monate.
Transitvisum: max. 5 Tage. Kurzzeitvisum: 90 Tage innerhalb von 6 Monaten (ein- und mehrmalige Einreise). Langzeitvisum: 1 Jahr bzw. 6 Monate bei Ausstellung in Genf.
Ansonsten visumpflichtige Reisende, die aus einem Nicht-Schengen-Land am selben Tag in ein anderes Nicht-Schengen-Land weiterfliegen und den Transitraum nicht verlassen, benötigen kein Transitvisum. Ausgenommen sind Staatsangehörige einiger Länder. Weitere Auskünfte erteilen die zuständigen diplomatischen Vertretungen (s. Kontaktadressen).
Flughafentransit-, Transit-, Kurzzeit- und Langzeitvisum.
Je nach Nationalität, Grund und Dauer des Aufenthalts unterschiedlich. Nähere Angaben erteilen die zuständigen konsularischen Vertretungen. (s. Kontaktadressen).
Schengen-Visum:
(a) Reisedokument (z. B. Reisepass), das mindestens 3 Monate über die Visumgültigkeit hinaus gültig ist, innerhalb der letzten 10 Jahre ausgestellt wurde und über mindestens 2 leere Seiten verfügt, sowie Kopien der ersten vier Seiten des Reisepasses.
(b) Ggf. alle Dokumente im Original, die den Zweck (z. B. Einladung von Privatpersonen oder Firmen, ärztliches Attest und Terminvereinbarung beim behandelnden Arzt oder in einem Krankenhaus) und die Bedingungen des geplanten Aufenthalts (z. B. Hotelreservierung) rechtfertigen.
(c) Dokumente, die beweisen, dass der Ausländer über ausreichende Mittel zur Bestreitung der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie für eventuelle Kosten für seine ärztliche Versorgung verfügt, ggf. in Form einer Kostenübernahmeverpflichtung.
(d) Dokument, das beweist, dass der Ausländer auf individueller oder kollektiver Grundlage Inhaber einer die Kosten für die Rückführung aus ärztlichen Gründen, die dringende ärztliche Behandlung und/oder Krankenhausversorgung deckenden gültigen Auslandsreisekrankenversicherung ist. Grundsätzlich muss der Antragsteller eine Versicherung im Wohnsitzstaat abschließen. Wenn der Gastgeber eine Versicherung für den Antragsteller abschließt, so muss er dies im eigenen Wohnsitzstaat tun. Die abgeschlossene Versicherung muss für das gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und für die ganze Dauer des Aufenthalts gelten. Die Versicherung muss eine minimale Deckung von 30.000 € aufweisen.
(e) Visumgebühr.
(f) 2 aktuelle biometrisches Passbilder (3,5 x 4,5 cm).
(g) 1 ausgefülltes Antragsformular (downloadbar auf vm.ee/en/visa-application-forms).
Gängige Kreditkarten wie Visa, Mastercard, Diners Club, American Express etc. werden in der Regel von größeren Hotels, Restaurants, Geschäften und Banken angenommen. Die meisten Banken akzeptieren die Kreditkarte nur mit dem Pass zusammen. An den zahlreich vorhandenen Geldautomaten in allen kleineren und größeren Städten kann vielerorts Bargeld auch mit der Kreditkarte abgehoben werden. Einzelheiten vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Reiseschecks sind in Deutschland und in der Schweiz nicht mehr und in Österreich kaum noch erhältlich. Reiseschecks können in Estland in Tallinn und in Tartu in einigen Banken und Wechselstuben eingelöst werden.
Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.
Folgende Artikel können (bei Einreise aus Nicht-EU-Ländern) zollfrei nach Estland eingeführt werden:
Für lebendes Geflügel, Fleisch und Fleischerzeugnisse besteht im Reiseverkehr ein generelles Einfuhrverbot aus Drittländern (ausgenommen aus den Färöer, Grönland, Island, Liechtenstein und der Schweiz). Ein Einfuhrverbot besteht für Munition und Waffen ohne Lizenz, gestohlene Waren, Fälschungen, Betäubungsmittel, pornographische Erzeugnisse und fremde Arten, die eine ökologische Bedrohung darstellen könnten.
Es besteht ein Einfuhrverbot u.a. für die folgenden Waren aus der Russischen Föderation in die EU: Diamanten, Gold, Schmuck, Zigaretten, Kosmetikartikel, Meeresfrüchte (z.B. Kaviar), Spirituosen (z.B. Vodka), Schuhe, Kleidung und Smartwatches.
Copyright und Haftungsausschluss