1. Home
  2. Gebeco Blog
  3. Reisetipps
  4. Zwischen St.-Lorenz und Niagara: Ostkanada

Zwischen St.-Lorenz und Niagara: Ostkanada

Der Osten Kanadas vereint abwechslungsreiche und unverwechselbare Welten auf einzigartige Weise miteinander. Da sind Fjord- und Küstenlandschaften sowie die Ufer des St.‑Lorenz‑Stroms, die Aussichtspunkt und Ausgangspunkt für Küsten‑ und Walbeobachtungen sind. Da sind große Seen, ausgedehnte Wälder und Naturgewalten, die Massen von Wasser zum Stürzen bringen. Da sind historische Städte mit frankophon geprägter Kultur und Tradition, urbane Kulturzentren und Metropolen, die die Welt zu sich einladen.

Genau diese landschaftliche und kulturelle Bandbreite ist es, die Québec und Ontario im Osten Kanadas so reizvoll macht. Begleitet uns auf der Reise Ostkanada - Farbenspiele im Land des Ahorns. In diesem Blogartikel tragen wir euch zusammen, welche Orte euch unter anderem auf dieser Reise erwarten.

Provinz Québec

Montréal: Die Stadt unter der Stadt

Montréal
Montréal© GouvQC / Loïc Romer

Der Blick vom Mont Royal auf die größte Stadt der Provinz Québec, auf Montréal, ist sagenhaft schön. Hier liegt einem eine ganze Metropole zu Füßen, die mit ihrer Vielsprachigkeit, kulinarischen Vielfalt und einer lebendigen Kunst- und Musikszene begeistert. Doch hat die Stadt bei weitem nicht nur überirdisch, sondern auch unterirdisch einiges zu bieten, besitzt Montréal doch eines der größten unterirdischen Netzwerke der Welt.

Die sogenannte Souterraine oder RÉSO (réseau = Netzwerk) entstand in den 1960er Jahren und erstreckt sich heute über mehr als 30 Kilometer. Ursprünglich entstand das Netzwerk, um den Menschen den Alltag während der eisigen Monate zu erleichtern. Bis heute verbindet sie zahlreiche U-Bahn-Stationen, Büros, Hotels, Theater, Museen und Restaurants. Viele Besuchende entdecken die Souterraine nur zufällig. Dabei lohnt es sich, sich gezielt nach unten zu begeben, um versteckte Kunstwerke, Cafés und Shops zu entdecken.

Montréal © GouvQc / Olivier Bousquet

Wieder oben angekommen, entpuppt sich Montréal als ein wahres Paradies für Kunstliebhabende. Sei es das MAC, das modernste Kunstwerke von kanadischen und internationalen Künstlern bereithält. Sei es das Musée des beaux-arts de Montréal mit einer umfangreichen Sammlung von klassischer bis zeitgenössischer Kunst. Oder auch das Quartier des Spectacles, das kulturelle Herz der Stadt mit vielen Open-Air-Kunstinstallationen, Skulpturen und Veranstaltungen.

Zur Belebung bisher vernachlässigter Plätze in Montréal wurde von der Bildhauerin Rose-Aimée Bélanger die Skulptur „Les chouchoteuses“ aufgebaut. Die drei Figuren sitzen inmitten der Stadt vertieft in ein Gespräch. Worüber sie reden, was sie sich zu erzählen haben, ist Interpretationssache. Sicher ist nur, sie sind Symbol für das Alltägliche.

Wassergewalten: Natur pur

Saguenay-Lac-Saint-Jean © GouvQc /C_-D_Robitaille

Von Montréal aus führt der Weg hinaus in eine Landschaft, die mit jedem Kilometer abwechslungsreicher wird. Seen, Wälder und Uferabschnitte entlang des St.-Lorenz-Stroms wechseln einander ab, sodass sich immer wieder neue Aussichten und Momente des Innehaltens ergeben. Nach einem Halt am Lac Édouard, der inmitten einer weitgehend unberührten Waldlandschaft liegt und besonders bei Naturfreunden aufgrund seiner kleinen Inseln und Buchten beliebt ist, geht es in das Herz der Region Saguenay–Lac‑Saint‑Jean. Fast scheint es, als sei der majestätische Lac-St.-Jean ein Binnenmeer – so breit und offen liegt der See vor einem aus.

© Saguenay-Lac-Saint-Jean_Copyright_GouvQc_Outpost

Bald danach wird die Landschaft steiler und die Blicke fallen tiefer zum Wasser hinab. Entlang des Saguenay-Fjords erwarten einen besonders eindrückliche Panoramen. Das nächste Ziel kündigt sich bereits an: Die Mündung des Fjords in den mächtigen St.-Lorenz-Strom bei Tadoussac.

© GouvQc / GRIMM

 

Genau hier, im Mündungsbereich des Saguenay und in der St.-Lorenz-Bucht, sammeln sich Nahrungsreichtum und warme Strömungen so, dass hier regelmäßig verschiedene Walarten auftauchen. Minkwale und Buckelwale sind häufig zu sehen. Indem Plankton, Sardinen, Heringe und andere Fischarten von den Strömungen zusammengetragen werden, bildet sich eine vielfältige Futterkonzentration, denen die großen Meeressäuger folgen. Mit Glück lassen sich die Tiere genau hier beobachten.

Ville de Québec

Québec © GouvQc /Coveney, Emmanuel

Dort, wo europäische und nordamerikanische Geschichte aufeinandertreffen. Wo Prachtvolles über der Stadt thront, wo Altes und Neues "halsbrecherisch" miteinander verbunden ist und fließendes Wasser zum Strom wird: Willkommen in Ville de Québec!

Durch die UNESCO-Weltkulturerbealtstadt Vieux-Québec lässt es sich hervorragend auf kopfsteingepflasterten Straßen flanieren, um von dort entlang der imposanten Stadtmauer auf das berühmte Château Frontenac zu blicken. Dieses wurde 1893 erbaut und fungiert bis heute als luxuriöses Hotel und wichtiges kulturelles Wahrzeichen der Stadt.

Über die l'escalier casse-cou, die „Halsbrechertreppe“ mit ihren steilen Stufen, oder die funiculaire, den Aufzug, geht es hinauf in den oberen Teil der Stadt. Von der Zitadelle, der historischen sternenförmigen Festung, die einst von den Briten zur Verteidigung und Kontrolle der Stadt errichtet wurde, liegt einem auch diese Stadt wahrlich zu Füßen. Daran anschließend eröffnen die Dufferin Terrassen, eine Promenade am Klippenrand des Cap Diamant, einen herrlichen Blick über die Dächer der Unterstadt und den St.-Lorenz-Strom.

Provinz Ontario

Ottawa: Die Hauptstadt Kanadas

Ottawa Wachablöse I FVA
© Gouv. Ontario, Canada

Die Route führt raus aus der Provinz Québec hinein in die nächste und mindestens genau so vielfältige Provinz Ontario. Entlang des Ottawa River geht es in die Hauptstadt Kanadas, nach Ottawa. Eindrucksvolle Regierungsgebäude, moderne Museen und zahlreiche Stadtviertel wollen besucht werden. Die Parliament Hill Buildings bilden dabei das politische Herz Ottawas. Die markanten neugotischen Gebäude, darunter der Peace Tower mit seiner Aussichtsplattform, thronen majestätisch über dem Ottawa River. Besonders beliebt ist hier die Wachablösung im Sommer, die nach militärischem Zeremoniell vor den Parlamentsgebäuden stattfindet. Ebenso faszinierend sind die abendlichen Licht- und Tonshows, die die Fassaden in eine Bühne verwandeln und die Geschichte Kanadas eindrucksvoll inszenieren.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der Rideau Canal. Mit einer Länge von rund 200 Kilometern verbindet er die Hauptstadt mit dem Ontariosee in Kingston. Ursprünglich im 19. Jahrhundert als strategische Wasserstraße erbaut, wird er heute vor allem für Freizeit- und Erholungstourismus genutzt und zählt seit 2007 zum UNESCO-Welterbe.

Über den Dächern Torontos

© Gouv. Ontario, Canada

Mit seinen 553 Metern ist der CN Tower in Toronto ein technisches Meisterwerk. Genau der richtige Ort, um atemberaubende Ausblicke über die Stadt und darüber hinaus zu erlangen.

Wer nicht so hoch hinaus möchte, kann Kanadas größte Stadt auch auf einem Bummel durch die Straßen oder vom Strand aus erkunden und dabei die multikulturelle Vielfalt und dynamische Atmosphäre erleben. Besonders inspirierend wird es beispielsweise im Toronto Music Garden. Cellist Yo‑Yo Ma und Landschaftsarchitektin Julie Moir Messervy gestalteten den Garten, der 1999 eröffnet wurde und dessen Anlage von der Suite Nr. 1 für Violoncello von Bach inspiriert ist.

Niagarafälle: Berauschendes Naturschauspiel

© Gouv. Ontario, Canada

Schließlich geht es an die Grenze zwischen Kanada und den USA, um eines der beeindruckendsten Naturwunder mit eigenen Augen zu erleben: die Niagarafälle. Doch bevor die herabstürzenden Wassermassen zu sehen sind, geht es zunächst an die Stelle, wo das Wasser des Niagara River eine scharfe Kurve einschlägt. Diese plötzliche Richtungsänderung sorgt dafür, dass das Wasser extrem ins Strudeln kommt und sich genau hier mächtige Wirbel bilden.

Die Seilbahn über dem Niagara River, das Whirpool Aero Car, ermöglicht eine Fahrt direkt über die Wirbel hinweg. Da der Fluss an dieser Stelle sowohl durch Kanada als auch die USA fließt, überquert man während einer Seilbahnfahrt gleich viermal die Grenze und das ohne Passkontrolle. Die Bahn fährt auf kanadischer Seite los, kreuzt mitten auf dem Fluss die US-amerikanische Grenze, macht am anderen Ende des Ufers wiederum auf kanadischer Seite kehrt und fährt den Weg zurück.

Angekommen bei den Wasserfällen eröffnet sich einem dann das einmalige Naturschauspiel: Die Horseshoe Falls sind die größeren Fälle und liegen überwiegend auf kanadischem Gebiet, während daneben die etwas kleineren American Falls auf der US‑Seite in die Tiefe stürzen. Gemeinsam treiben sie täglich Millionen Liter Wasser über die Klippen und bieten damit ein beeindruckendes Erlebnis, das man sowohl vom Ufer als auch bei Bootstouren vom Wasser aus beobachten kann.


Auf dieser Reise geht es in den Osten Kanadas

Ostkanada - Farbenspiele im Land des Ahorns
15 TageStudienreise